Wien (OTS) – Entsiegelte und bepflanzte Innenhöfe sind nicht nur ein
Gewinn für
die eigene Wohn- und Lebensqualität, sondern auch für das gesamte
Grätzl. Das Vorzeigeprojekt „Halirschgasse 1“ zeigt, wie eine
Hausgemeinschaft mit Unterstützung der Stadt Wien ihren grauen
Innenhof in eine blühende Oase verwandeln konnte.
Der versiegelte Hernalser Innenhof wurde ab Juni 2025 Schritt für
Schritt durch die Bewohner*innen, Eigentümer*innen und Interessierte
umgestaltet. Ein Planungs-Workshop, bei dem die zukünftige Gestaltung
des gemeinsam genutzten Innenhofs fixiert wurde, stand am Beginn. Es
folgten weiterte Workshops der „Wiener Sukzession“ rund um das
Upcycling von Abbruchmaterial und Begrünungsmöglichkeiten. Die
Entsiegelung der 50 m 2 großen Fläche mittels Brechstange und
Schremmhammer war eine Gemeinschaftsaktion: Aus den aufgebrochenen
Betonflächen entstanden Sitzbereiche, Trittsteine und ein Hochbeet.
Im Herbst 2025 erfolgte die erste Bepflanzung.
„ Der entsiegelte Innenhof in der Halirschgasse ist ein
großartiges Beispiel dafür, wie aus einer tollen Idee einer
Hausgemeinschaft mithilfe des umfangreichen Förder- und
Serviceangebots der Stadt Wien Wirklichkeit werden kann! Hier wurde
durch und mit den Bewohner*innen im Stadtgebiet ein grüner,
lebendiger Raum geschaffen, an dem Menschen zusammenkommen können.
Das Projekt im WieNeu+ Programmgebiet Hernals zeigt: Gemeinsam ist
vieles möglich. Ich lade alle Wienerinnen und Wiener dazu ein, auch
ihren Innenhof klima- und zukunftsfit zu gestalten!“ , sagt
Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Breites Unterstützungs- und Förderangebot der Stadt Wien
Das Projekt wurde durch die Klima Werkstatt der Gebietsbetreuung
Stadterneuerung begleitet. Diese bietet ein kostenfreies und
vielfältiges Veranstaltungsprogramm zu den Themen „Energie und
Alltag“, „Mehr Grün“ und „Kreislaufwirtschaft“. Neben der
Entsiegelungsförderung der Abteilung Umweltschutz hat die
Hausgemeinschaft die Grätzlförderung des Stadterneuerungsprogramms
WieNeu+ (Abteilung Technische Stadterneuerung) in Anspruch genommen.
„ Wir haben uns seit Längerem vorgestellt, dass man aus diesem
Innenhof mehr machen kann. Anfangs gab es Bedenken innerhalb der
Hausgemeinschaft, dieses Entsiegelungs- und Begrünungsprojekt
umzusetzen. Zu teuer, zu viel Arbeit, wer soll das betreuen? Unsere
Überzeugungsarbeit hat gewirkt, die Hausgemeinschaft hat sich für das
Projekt ausgesprochen. Mit tatkräftiger Hilfe der Gebietsbetreuung
Stadterneuerung und den Förderungen der Stadt Wien dauerte es gerade
einmal einen Sommer, bis im neuen Garten Hunderte von Pflanzen
gesetzt waren. Erste Vögel besuchen seitdem wieder unseren Innenhof,
Insekten summen um die Blüten und die Hausgemeinschaft, die rückt
spürbar zusammen und immer mehr in den Garten“, sagt Robert
Hinterleitner, Miteigentümer und Mitglied des Entsiegelungsteams .
„ Wiens hohe Lebensqualität muss auch in Zukunft gesichert
bleiben – auch wenn es im Sommer immer heißer wird “, betont
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky . „ Dabei wird es immer wichtiger,
Orte der Abkühlung mit einer angenehmen Aufenthaltsqualität zu
schaffen. Wie das gelingen kann – dafür ist die Entsiegelung und
Neugestaltung dieses Hernalser Innenhofes ein wunderbares Beispiel.
Ein vorbildliches Gemeinschaftsprojekt, dessen Umsetzung auch die
Stadt Wien – Umweltschutz mit einer Förderung von rund 10.000 Euro
maßgeblich unterstützen konnte. Gleichzeitig fügt sich diese
Initiative nahtlos in unser Programm „Raus aus dem Asphalt“, bei dem
in allen Bezirken dieser Stadt hunderte Plätze und Straßenzüge
umgestaltet wurden und werden, um Hitzeinseln zu minimieren. So kann
es uns gelingen, dass ganz Wien auch in Zukunft ein Wohlfühlort für
alle bleibt .“
Das Hernalser Pilotprojekt solle nur eines von vielen sein, die
in Zukunft in Wiens Grätzln entstehen, wünscht sich Bezirksvorsteher
Peter Jagsch. „ Dieses Projekt zeigt, was entstehen kann, wenn
Engagement aus der Nachbarschaft auf die richtige Unterstützung
trifft. Mit der Grätzlförderung und der Grätzlmarie von WieNeu+ haben
wir in Hernals gute Möglichkeiten, solche Ideen im Bezirk weiter
voranzubringen. Ich freue mich, wenn diesem Beispiel noch viele
weitere entsiegelte Innenhöfe folgen! “, so Peter Jagsch,
Bezirksvorsteher von Hernals .
„ Die Klima Werkstatt zeigt ganz konkret, wie Menschen selbst
aktiv werden können – mit Workshops, Projekten und gemeinsamen
Aktionen im Grätzl. So entstehen Schritt für Schritt grünere Orte,
mehr Artenvielfalt und ein stärkeres Miteinander – ein Beispiel dafür
ist die neue Klimaoase in der Halirschgasse “, so Projektleiterin
Barbara Mayer von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung .
Mit WieNeu+ zum klimafitten Innenhof: Jetzt Grätzlförderung
beantragen!
Für die Umsetzung von Entsiegelungs- und Begrünungsvorhaben in den
WieNeu+ Programmgebieten „Hernals“ oder „Grätzl 20+2“ kann die
Grätzlförderung beantragt werden. Gefördert werden beispielsweise:
– Gemeinschaftliche Gartenprojekte, die der gesamten Hausgemeinschaft
zugutekommen
– Entsiegelung inklusive anschließender Begrünung und
ortsspezifischem Bewässerungssystem
– Kühlende (hof- oder straßenseitige) Fassaden- oder Dachanstriche
– Maßnahmen, die den Abfluss von Regenwasser verzögern
Auch die vorher meist notwendige Planung (Vor- oder
Machbarkeitsanalysen) oder die Begleitung des Projekts (Beratung,
Workshops, Moderation) können finanziell unterstützt werden. Die
Förderquote richtet sich nach der Größe des Unternehmens, für
natürliche Personen gilt eine Förderquote von 60 % (max. 100.000 Euro
). Weitere Informationen: wieneuplus.wien.gv.at/klimafitte-innenhoefe
Weitere Informationen zum Innenhof-Projekt „Halirschgasse 1“
klimawerkstatt.gbstern.at/programm/mehr-gruen/innenhof-entsiegeln/
Weitere Informationen zum WieNeu-Schwerpunkt „Klimafitte
Innenhöfe“
https://wieneuplus.wien.gv.at/klimafitte-innenhoefe
Weitere Informationen zur WieNeu+ Grätzlförderung
https://wieneuplus.wien.gv.at/graetzlfoerderung
Weitere Informationen zur GB* Klima Werkstatt
https://klimawerkstatt.gbstern.at/