Beauty

Welt-Apothekertag: Gesundheitssystem braucht Apothekerschaft mehr denn je

Wien (OTS) – Anlässlich des Welt-Apothekertags am 25. September zieht
die
Österreichische Apothekerkammer Bilanz über eine Leistung, die im
Alltag oft selbstverständlich erscheint, es aber keineswegs ist: Rund
7.000 Apothekerinnen und Apotheker in den 1.470 öffentlichen
Apotheken und 43 Krankenhausapotheken des Landes sichern rund um die
Uhr, flächendeckend und gerecht für alle Menschen den Zugang zu
Arzneimitteln und Gesundheitsleistungen.

Verlässlich, flächendeckend, rund um die Uhr

„Der Welt-Apothekertag ist der richtige Tag, um Danke zu sagen:
an alle Apothekerinnen und Apotheker sowie das gesamte Apotheken-
Team, die Tag für Tag, an Sonn- und Feiertagen und mitten in der
Nacht, für die Menschen in Österreich da sind. Diese
Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist
tägliche Höchstleistung eines Berufsstands, der Verantwortung lebt.
Gerade weil unsere Apotheken so nah an den Menschen sind, wissen wir,
wo im Gesundheitssystem der Schuh drückt – und wie man kurzfristig
die Versorgung spürbar verbessern und langfristig das System
strukturell absichern könnte“, erklärt Ulrike Mursch-Edlmayr,
Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.

Bis zu 600.000 Menschen suchen in Österreich täglich eine
öffentliche Apotheke auf – aus Gründen, die weit über die reine
Arzneimittelabgabe hinausgehen. Mit dieser immensen Zahl an
Patientenkontakten und ihrer gesetzlich verankerten Stellung als Teil
der kritischen Infrastruktur ist die Apotheke der meistfrequentierte
Primärversorgungspunkt Österreichs.

Klarer Auftrag an die Politik

„Immer mehr Geld fließt ins Gesundheitssystem – trotzdem wird die
Versorgung für viele Menschen schlechter. Wartezeiten werden länger,
Untersuchungen doppelt gemacht, niemand weiß mehr genau, wohin man
sich wenden soll. Das Problem ist nicht zu wenig Geld, sondern dass
Leistungen oft am falschen Ort erbracht werden“, kritisiert Raimund
Podroschko, 1. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Vor diesem Hintergrund fordert die Standesvertretung von Politik
und Sozialversicherung, die verstärkte Einbindung der Apothekerschaft
in die aktuellen Reformüberlegungen einerseits und in die primäre
Versorgungsebene andererseits. Neben den entsprechenden gesetzlichen
Rahmenbedingungen sind dafür auch angemessene finanzielle
Honorierungen der erbrachten Leistungen zwingend erforderlich. Nur
wirtschaftlich starke Apotheken können die bestehenden Aufgaben
langfristig in dieser Qualität erbringen und notwendige Maßnahmen zur
Absicherung eines solidarischen Gesundheitssystems übernehmen.

„Das Potenzial der Apothekerinnen und Apotheker ist riesig, von
Impfungen über Medikationsanalysen bis zur Telemedizin – und
international längst gelebte Praxis. Was anderswo funktioniert, muss
auch in Österreich endlich möglich werden. Für das Impfen in der
Apotheke gibt es bereits die Zusage der Bundesregierung. Jetzt ist
die Politik gefordert, diesen Auftrag auch tatsächlich umzusetzen:
Der Start muss mit Jahresbeginn 2027 gelingen“, so Vizepräsident
Podroschko.

Ob Impfungen, Testungen im Bereich der Prävention und
Früherkennung, assistierte Telemedizin, KI-unterstützte Analysen oder
digitale Patientensteuerung – das Potenzial der Apotheken geht weit
über die Arzneimittelversorgung der Menschen hinaus.

Dazu Apothekerkammer-Präsidentin Mursch-Edlmayr abschließend:
„Die Apothekerschaft steht bereit, ihr Fachwissen, Erfahrung,
Erreichbarkeit und digitale Innovationskraft in eine echte
Partnerschaft mit allen Akteuren des Gesundheitssystems einzubringen.
Dazu braucht es vor allem die nachhaltige und faire Finanzierung
aller gesundheitlicher Dienstleistungen sowie klare rechtliche
Kompetenzen für innovative Versorgungsmodelle. Nur dann können wir
unser volles Potenzial im Sinne der Patientinnen und Patienten
entfalten. Damit der Motor unseres solidarischen öffentlichen
Gesundheitssystems wieder rund läuft.“